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Amflora, Gentechnik und warum grün nicht immer toll ist

Man wird es gehört haben, Amflora wurde nach knapp 14 jährigem Zulassungsantrag jetzt zum Anbau und zur Verwendung in Tierfutter sowie als Industriepflanze zugelassen.


Greenpeace hat die Stunde mal wieder genutzt um seine eindeutige undifferenzierte Meinung zum Thema Gentechnik kund zu tun.
Und weil mich dieses ganze undifferenzierte Geblubber über böse Gene aufregt muss ich mich hier jetzt mal final, ultimativ davon befreien.

Zu Beginn, was ist Amflora, was wurde an ihr rumgeschraubt und was heißt das nun.


Also Amflora ist eine Kartoffel, die mit Hilfe gentechnischer Methoden derart verändert wurde, dass sie amylosefreie Stärke produziert. Warum das toll ist und im Endeffekt auch das Prinzip der Veränderung lässt sich hier nachlesen.
Im Prinzip funktioniert die Zelle folgender maßen :
Die DNA im Zellkern codiert die Informationen für alle Enzyme und Proteine der Zelle. Die DNA wird von Enzymen abgelesen und in RNA übersetzt. Diese wird aus dem Zellkern ausgeschleust und von Ribosomen in Aminosäureketten übersetzt. Die Aminosäuren bilden dann das Protein, Enzym what ever.


Bei Amflora wurde die DNA die das Enzym zur Amyloseproduktion codiert nochmal eingebaut, aber verkehrt herum.
Warum das? Nun DNA ist immer doppelsträngig und enthält auf beiden Strängen komplementäre Basen, die beide für das gleiche codieren. RNA ist immer einsträngig, besteht im Endeffekt aber aus denselben Basen wie die DNA, wenn man jetzt das Gen richtig und falsch rum in RNA übersetzt lagern diese beiden RNA-stränge  sich zusammen und das Ribosom kann sie nicht mehr ablesen. Kein Enzym, keine Amylose.


Aber um sicher zu sein das das Gen eingebaut wird muss man einen Marker haben, mit dem sich der Einbauprüfen lässt.
Dafür verwendet man ein Kanamycin resistenz-Gen. Wenn die Pflanze auf einem Medium mit Kanamycin wächst, dann wurde das Gen eingebaut.
Und was ist das Problem ?


Das lässt sich vllt am besten am Greenpeacereport klären.


Laut einer Rechtsexpertise im Auftrag von Greenpeace von März 2009 hat die neue EU-Kommission mit der Zulassung der Kartoffel gegen die Freisetzungsrichtlinie und damit gegen europäisches Recht verstoßen. Sie hätte keine Gen- Pflanze mit einem gesundheitsgefährdenden Antibiotika-Resistenz-Gen genehmigen dürfen. Auch die ökologischen Risiken wurden nur lückenhaft geprüft .“


Nun diese Richtlinie wurde 2007 erlassen, der Antrag läuft seit 1996.
Soweit ich weiß verstößt die nachträgliche Anwendung von Gesetzen welche zum Zeitpunkt des Prüfungsbeginns noch nicht bestand hatten gegen die Rechtsstaatlichkeit .
Oder um es anders zu sagen: Es ist verdammt unfair die Spielregeln zu ändern, nachdem man angefangen hat zu Spielen. Nicht das das hier ein spiel ist.
Davon ab gab es 3 Gutachten der EU ob die Resistenz ein Problem darstellt.


„BASF hat Genehmigungen sowohl für den Anbau, für die industrielle Verwertung und die Verwendung als Futtermittelerhalten. Zudem sind Verunreinigungen von Lebensmitteln bis 0,9 Prozentzugelassen.“


Die Verunreinigungen von 0,9% gelten für alle Gentechnikprodukte , das ist also keine Sonderregel für Amflora. Wahrscheinlich gelten die 0,9% auch eher, weil gentechnisch veränderte Organismen(GVO), anders als das Greenpeace wohl gerne sähe, sich relativ wenig unterscheiden von anderen und deshalb unter einem gewissen Prozentsatz einfach die Nachweisgrenze unterschritten wird.


Eigentlich hat BASF die Gen-Kartoffel mit dem hohen Amylopektinanteil für die industrielle Produktion entwickelt. Hierfür stellte das Unternehmen im Jahr 2001 einen Zulassungsantrag. Eine Verwendung als Lebensmittel war darin nicht vorgesehen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass die ungewollte Ausbreitung in unsere Lebensmittel kaum zu verhindern ist, wenn Gen-Pflanzen angebaut werden.“


Aha, es wurde also mal gesehen und deswegen müssen wir vom Schlimmsten ausgehen. Dass die Kartoffel so mehlig ist, das sie niemand freiwillig essen würde, also das Erkennen durchaus möglich ist, verschweigt Greenpeace. Davon ab, das es harmlos wäre sie zu essen. Aber später mehr.


Doch die sogenannte Auskreuzung durch Pollenflug auf benachbarte Äcker ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Gen-Pflanzen in unsere Nahrungskette gelangen können. Die Gen-Kartoffel kann auch bei der Pflanzguterzeugung, der Ernte, der Lagerung, dem Transport oder sogar bei der Verarbeitung mit für den Lebensmittelmarkt bestimmten Kartoffeln vermischt werden.“


Also die Bestäubungsgeschichte ist selbst Greenpeace hier unglaubwürdig.
Und wieder die Mär von der bösen Genkartoffel, die unsere Lebensmittel verseucht. Wie oft hatte man denn schon faustgroße Industriekartoffeln im heimischen Kartoffelsack, wie oft wurde denn schon die mehlige Kartoffel zwischen die Festkochenden geschmissen?
Noch nie erlebt? Ich auch nicht, weil sie halt nicht so gleich und verwechselbar ist, wie Greenpeace tut.


„Auch die aus der Gen-Kartoffel produzierte Stärke könnte als Lebensmittelzutat zu den Verbrauchern gelangen. So sagte der Geschäftsführer des Stärkeherstellers Südstärke: „Tatsächlich wäre es schwierig, die Verarbeitung gentechnisch veränderter und konventioneller Kartoffeln zu trennen.““


Wenn die Stärke denn im Lebensmittel zum Verbraucher käme, dann wäre sie genauso wenig eine Gesundheitsbedrohung, wie normale Stärke auch. Weil auch die normale Stärke vornehmlich aus Amylopektin (70-80%) besteht. Und dann ist es auch kein Wunder, das eine getrennte Verarbeitung schwierig ist… man kann die beiden Stärken mit dem Auge nicht unterscheiden, höchstens mit dem Iodtest.
Weil sie halt trotzdem sehr ähnlich sind…da floresziert nichts grün um zu sagen ich bin gentechnisch erzeugt und böse.


„Markergene helfen den Gentechnikern, jene Pflanzenzellen zu finden, die das neue, in die Pflanze manipulierte Gen aufgenommen haben. Antibiotikaresistenz- Gene als Markergene zu verwenden, ist jedoch eine überholte und riskante Technik. Die Antibiotikaresistenz-Gene können von Bakterien zum Beispiel im Tier- oder Menschendarm aufgenommen werden. Dies nennt man horizontalen Gentransfer“


Nun eigentlich ist das nicht überholt, sondern Standard, eigentlich sogar standard standard Standard. Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen… Essen…zerkauen (Enzyme)… Magen(ph 1 Enzyme)… Darm(ph 12 Enzyme) und das soll dann das ganze Gen, das über 400 Aminosäuren codiert, also etwa 1200 Basenpaare unbeschadet überstehen und nicht nur das, sondern auch mir nichts dir nichts von Bakterien aufgenommen werden, die oh wunder auch nichts anderes damit zu tun haben, als es in ihre DNA einzubauen und auch noch zu expremieren.
Das ist in etwa so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto und anschließend mit dem Koffer in der Hand vom Blitz getroffen werden.
Aber was solls
Die Antibiotika sind übrigens von aus den 50er des letzten Jahrhundert, deswegen gibt es auch so schon nen haufen Resistenzen dagegen.


„Es gibt zur Zeit sehr wenig Erfahrungen damit, was passiert, wenn der normale Stoffwechsel einer Pflanze gentechnisch blockiert wird. Es ist auch unklar, welche Auswirkungen die entscheidend veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe auf Tiere hat, die die Gen-Kartoffel fressen. Produkte aus der Gen-Kartoffel sollen dennoch an Nutztiere verfüttert werden. Auch Wildtiere fressen Kartoffeln von den Äckern.“


Hier auch wieder das übliche jaaaaa man weiß ja nicht sooooo genau…  Was soll denn die Unterdrückung der Amyloseproduktion bewirken? Stirbt die Kartoffel am Zuckerschock? Es führt ja zu nix anderem, als das Glukose nicht mehr zu Amylose verknüpft wird. Ja ja auch Tiere könnten einen Zuckerschock erleiden.
Wahrscheinlicher ist, das der überschüssige Zucker als Amylopektin gespeichert wird.
Greenpeace sieht das genauso.


„Die Genmanipulation beeinflusst jedoch nicht nur die Stärkebildung. So gibt es weitere Veränderungen: Die Gen-Kartoffel hat einen erhöhten Zucker- und Vitamin C-Gehalt sowie eine geringere Ertragsleistung.“


Dass das eine aus dem anderen folgt verschweigen sie geflissentlich.
Es folgen noch ein paar Schwenke auf andere Kartoffeln, bei denen andere Dinge verändert wurde, was zu anderen Dingen führte..
Erdäpfel mit Birnen vergleichen trifft es ganz gut.
Zum Schluss stellt Greenpeace fest:


„Einige der Daten im BASF-Antrag für die EFSA sind bereits mehr als zehn Jahre alt.“

Könnte, wie wir jetzt wissen am Antrag liegen und das er so lange auf Halde lag.


Aber das beste Argument finde ich immernoch:

„Darüber hinaus gibt es wenig Erfahrungen mit dem kommerziellen Anbau von Gen- Kartoffeln, da sie weltweit nicht angebaut werden.“


Kartoffel darf nicht angebaut werden, weil man keine Erfahrungen hat und da man sie anbauen müsste um sie zu sammeln, darf man sie nicht anbauen.

Nun gut zuletzt führt Greenpeace an:


„Schon im Jahr 2005 wurde vom Stärkehersteller Avebe unter der Markenbezeichnung Eliane eine gentechnikfreie Amflora-Alternative präsentiert. Nach Auskunft von Marktbeobachtern wird diese Kartoffel auf ca 2500 Hektar angebaut. Zudem gingen im September 2009 der Stärkehersteller Emsland Stärke und der Pflanzenzüchter Europlant gemeinsam mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Molekulare und Angewandte Ökologie mit einer Amylopektin- Kartoffel an die Öffentlichkeit.“

Japp 9 Jahre nach BASF hat mans dann auch ohne Gentechnik geschafft. Der Aufwand war wohl dementsprechend, wenns solange gedauert hat. Stichwort TILLING.

Greenpeace hat also mal wieder die Welt gerettet.

14.4.10 16:22
 
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